Zum Wappen

Von Gold über Schwarz geteilt, oben ein roter Schrägrechtsbalken, unten eine goldene Schnalle.

 

 

 

 

Begründung:

Weiler war bis um 1800 reichsritterschaftliche Besitzung und gehörte zuletzt dem Markgrafen von Baden. Der Markgraf von Baden führte als Wappen in Gold einen roten Schrägrechtsbalken. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten sich die Besitzverhältnisse in Weiler so geändert, dass als gemeinsame Herren die Grafen von Schönborn, die Herren von der Leyen, von Steinkallenfels und von Schmidtburg genannt werden. Nach der Empfehlung des Landeshauptarchives Koblenz wurde im unteren Schildteil die Schmidtburger Schnalle aufgenommen, da die Schmidtburger doch die stärkere örtliche Tradition zu haben scheinen.

 

Zur Geschichte

"Weiler" kommt von "Wiler" oder "Villa" und bezeichnet ursprünglich einen aus wenigen Gehöften bestehenden kleinen Wohnplatz.

 

Es ist zwar nicht urkundlich erwähnt, ob schon zur Römerzeit Gehöfte an der Mündung des Etterbaches in die Nahe standen, aber Funde (Tonrohre einer Wasserleitung, altes Pflaster, Knochen, Münzen und Ziegeln) deuten darauf hin.

 

Der heute noch hier betriebene Weinbau geht jedenfalls auf die Römer zurück, die nach Einführung der Weinreben sehr schnell feststellten, dass auch auf Melaphyr, Schiefer, Mergel, Kies und Sandstein an der Nahe guter Wein gedeihen kann.

 

In Weiler lagen im 13. Jahrhundert Güter der Grafen von Sponheim-Kreuznach (1233); Ritter Ulrich von Steinkallenfels trug den Ort von den Wildgrafen von Kyrburg (später Salm) zu Lehen und verpfändete ihn 1363 an Graf Walram von Sponheim zur Hälfte, die andere Hälfte übernahmen die Sponheimer 1395 in gleicherweise.

 

Die "Zehntenstraße" und die Weinbergslagen "Herrenzehntel", "Nobel", "Schlossberg" oder "Heiligenberg" erinnern noch heute an die Tributzeiten.

 

Die Fürstenherrschaft endete, als die Franzosen im Jahr 1798 nach Eroberung des Rheinlandes durch Napoleon eine neue Verwaltungsorganisation schufen und Weiler der Nachbargemeinde Monzingen zugeordnet wurde. Seit der Verwaltungsreform im Jahr 1970 gehört Weiler zur "Verbandsgemeinde Bad Sobernheim".

 

Die drei Gutshöfe

Am Südhang des Hunsrücks zur Nahe bilden oberhalb Sobernheim Weinberge einen fast kraterartigen Halbkreis zu dessen Füßen das Weindorf Weiler liegt. Dass in solcher günstigen Sonnelagen ein guter Tropfen wächst war den Hunsrücker Faudalherren in sehr frühen Zeiten bekannt und  so erklärt sich, dass in dem kleinen Weinort drei ehemalige Landesherren behäbige Höfe mit großen Weinkellern besaßen.

 

Der badische Hof gehörte den Markgrafen von Baden, die auf dem Hunsrück das Kirchberger Oberamt beherrschten. Zeitweise war er an die Ritter von Sickingen als Lehen gegeben, deren Steinwappen mit den fünf Kugeln noch in der ehemaligen Hauskapelle vorhanden ist. Heute wurde der Badische Hof von der Besitzerfamilie Hahn zu einem stilvollen Gasthof ausgestattet.

Geborgen hinter einem großen Vorhof liegt der Schmidtburger Hof, ein früherer Besitz der Schenke von Schmidtburg, die auf ihrer Ganerbenburg im Hahnenbachtal saßen. Zeitweise wird ein Familienzweig der freiherrlichen Schmidtburger in Weiler gelebt haben. Dafür spricht die Grabplatte in der Kirche für einen Erbschenk und seine Ehefrau Vögtin von Hunolstein. Von der französischen Verwaltung konnte 1800 der damalige Pfarrer Wirth den Hof erwerben und aus dieser Zeit stammen noch wertvolle Möbel, die von seinen Nachkommen, der Familie Lauf-Reichardt, sehr geschätzt werden.

Der repräsentativste Adelshof liegt in der Ortsmitte. Er ist der strenge Barockbau der ehemaligen Gräfllich von Sponheimischen Kellnerei. Von der Nahe bis zur Mosel reichte einst die alte Grafschaft. Nach dem Aussterben der Sponheimer erbten die Gemeinsherren Baden, Kurpfalz und Pfalz-Simmern. Die drei Erben haben respektvoll die sponheimischen Symbole weitergeführt und so ist an der Rückfront des Hofes die Jahreszahl 1752 und das eingemeisselte Monogramm - G.S.K. -(Gräflich Sponheimische Kellnerei) erhalten geblieben.

Eine große Freitreppe, flankiert von Ahornbäumen, führt zum Erdgeschoss, dessen Sandsteinquader leider vom Verputz verdeckt wurde. Es ist zu hoffen, dass unter Mitwirkung des Landeskonservator das Eichenfachwerk des Obergeschosses vom Putz befreit wird. Die prächtige Haustür verdient, dass Sie wieder den ihr gemäßen Rahmen erhält. An die schützende Ringmauer des Ortes mit dem sogenannten Falltor erinnern nur noch Straßennahmen. Die vielen Schießscharten im romanischen Wehrturm der Kirche beweisen, dass man im alten Weiler vorsorgliche an stürmische Zeiten dachte.

Geographie

Weiler bei Monzingen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz.

Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim an.

 

Der von Weinbergen umgebene Ort liegt auf 210 m ü. NHN und zählt zur Zeit rund 470 Einwohner.

Die Katasterfläche von Weiler beträgt 5,87 km².

 

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